Renversement des alliances

oder … wie man es absolut niemals machen sollte.

„Lasst uns schauen, was Iran zu tun bereit ist, bevor wir weitere Ankündigungen machen. Aber wir sind bereit zu jedem konstruktiven Prozess, der die Gewalt beendet.“

Die Amerikaner wollen keine Truppen in den Irak schicken, dieser Umstand ist für den normalen Europäer verständlich. Man kennt die hohen Opfer einer Intervention und möchte nicht nochmals amerikanische Männer in Särgen nach Hause bringen. Das die Amerikaner sich dagegen mit dem Iran verbünden ist eine der schlechtesten Ideen dieser ganzen Krise. Die letzten Invasionen und Operationen waren dafür da um den Iran zurückzudrängen. Der Kampf in Syrien ist ein knallharter Stellvertreterkrieg zwischen dem sunnistischen Block um Saudi-Arabien und der schiitischen Achse um den Iran. Die USA haben zwar immer den Rücktritt Assads gefordert, aber auch ausdrücklich den Dialog gefordert und sich nie klar positioniert. Man widerstand dem saudischen Drängen nach einer Intervention und dennoch konnte man Assad die Chemiewaffen abnehmen.

Die letzten Jahre dominiert der Gegensatz Iran – USA die Nahostpolitik. Die USA wollen alles verhindern um die iranische Bombe zu verhindern, scheitern dabei aber kläglich, wollen den Friedensprozess voranbringen, Israel irgendwie zufriedenstellen und sich langsam aber sicher soweit zurückziehen das sie zwar noch die Ölrouten kontrollieren aber keine wirkliche Gefahr mehr eingehen. Eigentlich wäre der Ausgleich mit dem Iran da logisch. Man schaltet den härtesten Feind aus, indem man ganz einfach verhandelt. Doch so einfach ist Weltpolitik nicht. Wenn die USA sich tatsächlich dazu entscheiden mit dem Iran und Maliki gegen die ISIS zu ziehen, kann man das als größten Fehler seit der Irak-Invasion bezeichnen.

Auch wenn das in den westlichen Medien nicht so sehr debattiert wird und in der Öffentlichkeit sowieso ausgeblendet wird ist die derzeitige Krise kein Kampf Terroristen gegen Regierung. Im Gegenteil ist sie ein ganz, „normaler“ Bürgerkrieg. Nicht umsonst wird die irakische Armee inzwischen Malikis Miliz genannt und nicht umsonst weißen genug Akteure darauf hin das, ISIS nur der Kopf eines sunnistischen Aufstandes ist. Mit ISIS kämpfen Stammesmilizen, verzweifelte Desserteure und Baathisten. Die Parallelen zu Syrien sind erstaunlich. Auch dort kämpft die FSA, die islamische Front, ISIS und Al-Nusra mal gegen Assad und mal gegen einander.

Wenn die USA nun, Seite an Seite mit iranischen Truppen ziehen, nehmen sie die Position des Schiitischen Beschützers ein. Lokal mag das sinnvoll sein und vielleicht sogar für Sympathie bei den irakischen und iranischen Schiiten führen. Die Auswirkungen auf die Sunniten werden verheerend sein. Saudi-Arabien kann so ein Vorgehen niemals akzeptieren oder verzeihen und wird umso mehr die Unabhängigkeit, Aufrüstung und nukleare Option anstreben. Jeder verdammte Terrorist im Nahen Osten kann in die örtliche Koranschule marschieren und sagen: „Sehr her! Die USA unterstützen die Ketzer. Sie sind unsere Feinde!“. Es wird sicherlich zu Anschlägen auf Amerikaner und Europäer kommen und die Öffentlichkeit wird sich wundern: „Wir haben die Muslime doch unterstützt. Warum greifen sie uns an?“. Weil ihr, wir, die Falschen unterstützt haben. Wenn man eine Minderheit im Kampf gegen die Mehrheit unterstützt und damit noch die iranische Vormachtstellung im Nahen Osten stabilisiert, Israel in Gefahr bringt und damit so ziemlich alle ankackt muss man sich nicht wundern wenn diese irgendwann zurückschlagen.

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Kriegsverbrechen und Vergebung

Da kann die USA noch so viel säubern, von diesen Kriegsverbrechen werden sie sich nicht reinigen können. Irgendwann wird die USA nur noch Feinde auf dieser Welt haben dann glaubt ihnen keiner mehr ihre Lügen.

 Auf diesen Satz stieß ich während dem studieren der Kommentare dieses:
  • Da kann Deutschland noch so viel säubern, von seinen Kriegsverbrechen wird sie sich nicht reinigen können. Holocaust
  • Da kann Frankreich noch so viel säubern, von seinen Kriegsverbrechen wird sie sich nicht reinigen können. Algerien 
  • Da kann Japan noch so viel säubern, von seinen Kriegsverbrechen wird es sich nicht reinigen können. Einheit 731
  • Da kann Russland noch so viel säubern, von seinen Kriegsverbrechen wird es sich nie reinigen können. Katyn
  • Da kann Serbien noch so viel säubern, von seinen Kriegsverbrechen wird es sich nie reinigen können. Srebrenica
Ich könnte ewig so weiter machen. Mit etwas Recherche, Wikipedia oder einem Gang in die Bibliothek finde ich für jedes Land der Welt ein Kriegsverbrechen. Aber in der Welt des normalen Antiimperialisten verübt natürlich nur die USA, die NATO oder andere westliche Staaten Kriegsverbrechen und werden sich nie von diesen befreien können. Manchmal ist es tatsächlich intelligenter vor der eigenen Haustüre zu kehren und auf seinen eigenen Teller zu blicken bevor man sich über den Tellerrand bewegt.

Afghanistan – Eine Betrachtung

Der Afghanistaneinsatz ist gescheitert, die Deutschen Soldaten starben umsonst in einem sinnlosen Krieg.

Ist der Einsatz wirklich gescheitert? Sind wir wirklich am Ende in ein Land einmarschiert und es hat nichts genutzt, sind 53 deutsche Soldaten umsonst gefallen, erleiden deren Familien umsonst den Schmerz, den unvorstellbaren, Schmerz das ein Vater, Bruder, Sohn oder Enkeln nicht mehr heimkehrt?

Nein, die Amerikaner, Deutsche, Engländer, Dänen und alle Gefallenen der ISAF sind nicht umsonst gefallen. Wir im Westen haben die Ansicht: „Alles muss sich auszahlen und ich muss es direkt sehen!“. Doch kann man eigentlich die direkten Auswirkungen eines solchen Einsatzes sehen? Im zweiten Weltkrieg war er der Sturz des Nazi Regimes. Aber in Afghanistan? Korruption, Willkür und Wiedererstarkung der Taliban. Direkt in Afghanistan wurde einiges erreicht und einiges verloren. Man kann behaupten es geht den Afghanen heute besser, sie haben mehr Rechte und mehr Wünsche. Von 2001 bis 2010 hat sich das BIP um den Faktor 8,5 erhöht.

Und die Auswirkungen in Europa und Nordamerika?

„Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt.“ – Regierungserklärung, Berlin, 11. März 2004, bmvg.de

Hat Peter Struck damit Recht? Wird im zu Unrecht vorgeworfen diese Aussage sei Wunschdenken? Ja er hat Recht. Die deutsche Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt. Stellen wir uns doch mal vor die USA hätten nicht in Afghanistan interveniert. Die Taliban wären an der Macht geblieben und little Osama hätte immer noch sein Hauptquartier in Tora Bora gehabt. Hätten die Taliban wegen den Anschlägen auf das WTC gesagt: „Osama du bist böse also geh?“. Hätten sie nie. Für die Taliban war Osama ein Held der die bösen und dekadenten, westlichen Imperialsten angriff. Afghanistan wäre wohl mit Terrorcamps zugepflastert geworden und wir hätten bald eine neue Generation Flugzeugentführer gehabt. Die nächsten Anschläge wären doch nur eine Frage der Zeit gewesen. Ein Flugzeug das auf das House of Parliament in London stürzt? Ein koordinierter Anschlag mit dutzende Selbstmordattentätern in Rom? Eine Gruppe bewaffneter Islamisten greifen den Bundestag an und richten ein Blutbad an? Wer sagt das es nicht passiert wäre. Ohne Invasion und Zerschlagung des Talibanregimes wären die Kämpfer die die USA bekämpfen und unsere Soldaten töten bereit gewesen zu uns zu kommen. Jede Bombe die heute einen Panzer in Afghanistan zerstört wäre gegen Zivilisten gerichtet worden, die RPGs die auf Hubschrauber in Afghanistan gerichtet werden hätte man schon bald in Europa massenhaft eingesetzt. Wir wären angegriffen worden auf unserem Territorium und unsere Freiheit wäre bedroht gewesen.

So haben die Amerikaner das einzig richtige getan. Sobald du angegriffen wirst greife deinen Feind an und trage den Krieg auf sein Gebiet. Und das haben sie getan. Sie haben den Feind aus dem Vorgarten in sein eigenes Zuhause getrieben und ihn von dort in den Wald gejagt. Al Qaida verlor einen wichtigen Stützpunkt, sogar den Stützpunkt schlägt hin und brauchte plötzlich Ressourcen um die Amerikaner in Afghanistan zu bekämpfen. Jeder Soldat der in Afghanistan gefallen ist steht für 100 Europäer die heute leben, 100 Kinder die nicht durch Selbstmordattentäter starben und 100 Familien die noch intakt sind. Es macht die Verluste nicht vergessen oder gleicht sie aus. Aber es gibt dem ganzen Einsatz einen Sinn. Es ist eben nicht der größte Fehlschlag der Militärgeschichte, sondern ein Sieg für die Freiheit und ein Erfolg für die Verteidigung Europas und Nordamerika. Die Hölle die unsere Soldaten erleben müssen erspart uns in Europa die Hölle und die tägliche Angst zu sterben.

Bedanken wir uns alle bei den Soldaten, die unsere Sicherheit garantieren.