Kritik an Israel

oder: Mein Leben ist langweilig.

Wer kennt sie nicht? Die Kritik an Israel oder auch Israelkritik. Es gibt sie in zwei, grundverschiedenen, Ausführungen die sich aber doch einen Aspekt teilen. Die erste Ausführung ist die gut gemeinte Kritik. Sie beginnt meistens mit: „Israel ist in Gefahr!“ oder „Wenn Israel sich nicht endlich zur Mitte bewegt“ oder „Israel wandert nach rechts!“. Die zweite Ausführung ist die Kritik zum Wohle der israelischen Feinde. Bei ihr dreht es sich darum „Unverhältnismäßigkeit“ oder „Exzesse“ anzukreiden. Man kritisiert Israel nicht um Israel zu verbessern sondern um es den Palästinensern oder wie sie alle heißen besser zu machen.

Bevor es an die Aufarbeitung geht gibt es einen wichtigen Punkt: Israelkritik ist kein Antisemitismus. Es gibt Antisemiten die ihre Kritik an Israel als Israelkritik tarnen oder auch einfach nur rassistische Schweine die ihren Hass auf alles Fremde damit tarnen wollen, indem sie auf einer Welle der Kritik mitschwimmen. Darum geht es in diesem Beitrag aber nicht. Genug kluge Menschen haben darüber gestritten und geschrieben. Ein guter Beitrag im zum Beispiel folgender: Es gibt ja genug Gründe, uns Juden nicht zu mögen.

In diesem Beitrag geht es um etwas anderes, das Israelkritik so absurd und lächerlich macht. Es geht schlicht und ergreifend darum das die Kritik an Israel im überwältigenden Maße von Menschen kommt die weder Israel noch die Autonomiegebiete je gesehen geschweigenden betreten haben. Sie haben keine nähere Verbindung mit dem israelischen Staat, kein Hintergrundwissen und sind in militärischen Belangen äußert unqualifiziert. Sie kennen sich nicht mit Strategien oder Waffen aus und wenn man ihnen Worten wie Trophy oder Iron Dome um die Ohren schlägt, zucken sie nur mit den Schultern. Sie verbinden die Hamasraketen tatsächlich mit Feuerwerk und haben nicht die geringste Ahnung warum die ganzen Gebäude in Gaza zerstört sind.

Dennoch meinen sie etwas zum Nahostkonflikt beitragen zu können. Sie meinen von Deutschland aus sagen zu können ob ein Luftschlag gegen einen Raketenstarter jetzt verhältnismäßig oder ein Kriegsverbrechen ist. Das können sie nicht. Diese ganzen Israelkritiker oder Freunde der Palästinenser haben, in der überwältigenden, Anzahl nie eine Waffe in der Hand gehabt, nie einen Raketenalarm erlebt noch je einmal die Haager Landkriegsordnung oder die Genfer Konvention studiert. In jedem anderen Umfeld würde man solche Menschen über den Mund fahren, man würde sie des Platzes verweisen oder schlicht und ergreifend auslachen. Wenn es um Israel geht verliert man plötzlich alle objektiven Standards. Dann darf ein „Typ des Judenrates“ plötzlich über Verhältnismäßigkeit referieren oder sagen: „Das geht ja gar nicht!!11!11“.

Entschuldigung, aber solche Kritik nützt absolut niemandem etwas. Sie macht kein einziges Kind in Gaza lebendig, sie beendet keine Raketen und führt auch nicht zu „dem Frieden.“. Im Gegenteil führt sie zur Abstumpfung der israelischen Öffentlichkeit und Politik. Ständiges Wiederholen des Mantra „Kriegsverbrechen“ oder „Friedensprozess“, führt dazu das uns keiner mehr zuhören möchte oder wird. Gute Gedanken gehen in dem Sturm von unnützem Bullshit unter und berechtigte Kritik kommt nicht mehr an weil sie in einer Flutwelle aus „Kriegsverbrechen!!!“-Schreien untergeht. Israel und Gaza werden nicht friedlich werden wenn wir hier, im Westen, Israel kritisieren und die Hamas hochloben. Der Terror in Syrien wird nicht beendet weil wir gegen die „Kindermörder“ demonstrieren und der Weltfrieden tritt nicht ein weil in Berlin gegen „die Rotschilds“ gehetzt wird. Wer das denkt ist im besten Fall naiv, im mittleren Fall ein Idiot und im schlechtesten Fall ein zynisches Arschloch. Wenn sich irgendetwas verändern soll, in Israel, Gaza, Ägypten oder im Westjordanland kann das nur geschehen weil die Völker es selbst wollen. Frieden kann es nur geben wenn die israelische Gesellschaft ihre eigene Debatte führt und die palästinensische Gesellschaft dem Terror abschwört. Dabei brauchen sie keine guten Ratschläge irgendwelcher deutscher Philosophen.

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