Mindestlohn

Der Mindestlohn ist ein Thema das die Gemüter erregt. Viele halten den Mindestlohn für einen Jobvernichter und verweisen darauf das dann plötzlich all die Friseure, Putzfrauen und anderen Schlechtbezahlten auf die Straße gesetzt werden und nicht mehr arbeiten können und dürfen. Zuerst ist der Mindestlohn in Deutschland eine Farce. Die derzeitigen Pläne sehen vor das der frühestens 2017 flächendeckend eingeführt ist und zufälligerweise ist in diesem Jahr die nächste Bundestagswahl, wobei damit zu rechnen ist das es keine Kandidatur von Merkel mehr geben wird und sich ein neuer Kandidat sozialkritischer orientieren könnte.

Bezeichnend ist es aber das der Mindestlohn von 8,50€ für wirkliche Auswirkungen viel zu gering ist. Menschen die weniger als 8,50 verdienen müssen zum größten Teil durch Arbeitslosengeld aufstocken und in späteren Jahren Sozialhilfe in Anspruch nehmen da sie mit solch einem geringen Lohn keine ordentliche Rente erwirtschaften können. Die Belastung für den Steuerzahler und die Sozialkassen bleibt also gleich.

Ich bin aber aus ganz anderen Gründen für einen flächendeckenden Mindestlohn. Nicht weil die arme Friseurin plötzlich mehr Geld bekommt oder weil die Alterarmut auf einen Schlag beseitigt wäre. Ich halte den Mindestlohn perfekt zur Bereinigung des Marktes. Durch einen Mindestlohn können unprofitable und ausbeuterische Unternehmen und Dienstleister vom Markt entfernt werden. Unternehmen die, derzeit, staatlich subventioniert werden oder ausnutzen das sie fast keinen Lohn bezahlen müssen werden gnadenlos den Gesetzten des Kapitalismus ausgeliefert und Dementsprechend aussortiert. Es ist eine große Chance die wirklichen Ausbeuter zu finden und auszuschalten. Man kann mit einem, ernsthaft durchgesetzten, Mindestlohn all die Frachtunternehmer die Subunternehmer ausnutzen und die Versandhändler die Sklavenarbeit betreiben finden. Und wenn Amazon nach Polen ausweicht werden sie bald die Rechnung bekommen. Denn wenn sich die Wege verlängern, verlängern sich auch die Kosten für den Versand. Und entweder legt das Amazon auf die Kunden um oder muss einen geringeren Gewinn in Kauf nehmen. Nicht immer ist die Auslagerung eine optimale Lösung.

Advertisements

6 Gedanken zu “Mindestlohn

  1. Durch einen Mindestlohn können unprofitable und ausbeuterische Unternehmen und Dienstleister vom Markt entfernt werden. Unternehmen die, derzeit, staatlich subventioniert werden oder ausnutzen das sie fast keinen Lohn bezahlen müssen werden gnadenlos den Gesetzten des Kapitalismus ausgeliefert und Dementsprechend aussortiert.

    Ist ein Unternehmen deiner Meinung nach zwangsläufig unprofitabel, wenn er Niedriglöhne zahlt? Profit bedeutet, dass man Gewinne macht, also dass die Einnahmen höher sind als die Kosten. Wenn ein Geschäftszweig nicht so hohe Gewinne abwirft, sind die Löhne halt niedrig, aber das heißt nicht, dass es keinen Profit gibt. Auch jemand, der Friseuren 7,50 die Stunde bezahlt, kann Profit machen. Außerdem: Wenn sich ein Unternehmen nicht lohnt, kann der Unternehmer sich entscheiden, zu schließen, aber „die Gesetze des Kapitalismus“ sehen doch nicht vor, dass sie zur Schließung gezwungen werden.

    Die Gesetze des Kapitalismus sehen auch keineswegs vor, dass Unternehmen verboten werden, weil sie nach der subjektiven Einschätzung von Bürokraten ausbeuterisch sind.

    Und wenn Amazon nach Polen ausweicht werden sie bald die Rechnung bekommen. Denn wenn sich die Wege verlängern, verlängern sich auch die Kosten für den Versand. Und entweder legt das Amazon auf die Kunden um oder muss einen geringeren Gewinn in Kauf nehmen. Nicht immer ist die Auslagerung eine optimale Lösung.

    Die Kosten, die durch die Auslagerung entstehen, werden wohl niedriger sein als die Kosten, die sich durch Lohnerhöhungen ergeben. Und ist dir das Schicksal all der Arbeitnehmern egal, die ihre profitablen Arbeitsplätze verlieren, nur weil der Staat sich einmischt?

    • Danke für deine Geduld.

      Ist ein Unternehmen deiner Meinung nach zwangsläufig unprofitabel, wenn er Niedriglöhne zahlt?

      Natürlich. Ein Unternehmen das Niedriglöhne bezahlt hat ein Problem ausreichend Umsatz zu erwirtschaften oder den Umsatz effektiv zu verteilen und dann trotz voller Kostendeckung noch Gewinn zu erwirtschaften. Ein Unternehmen das dazu gezwungen wird für die eigene Leistung eine geringe Bezahlung in Anspruch zu nehmen hat tiefgreifende Probleme die nur dadurch verschleiert werden das der Druck von Oben nach Unten weitergereicht wird und man die Arbeiter bis an den Rand des Ertragbaren treibt.

      Die Kosten, die durch die Auslagerung entstehen, werden wohl niedriger sein als die Kosten, die sich durch Lohnerhöhungen ergeben.

      Damit kenne ich mich jetzt nicht sonderlich gut aus. Aber bei der Menge an Produkten die z.B. Amazon versenden muss wird es schwierig sein von Polen aus zum selben Preis zu versenden. Die Deutsche Post wird wohl keine Produkte aus Danzig abholen.

      Und ist dir das Schicksal all der Arbeitnehmern egal, die ihre profitablen Arbeitsplätze verlieren, nur weil der Staat sich einmischt?

      Ja. Als Kapitalist habe ich mich nicht um das Schicksal der Arbeitnehmer zu kümmern. Und wenn ich mich um das Schicksal der Arbeitnehmer kümmere bezahle ich ihnen keinen Hungerlohn sondern entlohne sie so das sie am Ende des Monates noch ein Plus haben und nicht bei der Tafel einkaufen müssen.

      • Ein Unternehmen das Niedriglöhne bezahlt hat ein Problem ausreichend Umsatz zu erwirtschaften oder den Umsatz effektiv zu verteilen und dann trotz voller Kostendeckung noch Gewinn zu erwirtschaften.

        Nein, natürlich nicht! Profit heißt dass man mehr Einnahmen als Kosten hat, mehr nicht. Das ist nun wirklich einfachste VWL.

        Und wie kommst du auf die Idee, dass ein Unternehmen das Niedriglöhne zahlt sein Umsatz „nicht gerecht verteilt“? Vielleicht hat er einfach nicht mehr Umsatz um höhere Löhne zu zahlen, aber er kann immer noch Profit machen.

        Als Kapitalist habe ich mich nicht um das Schicksal der Arbeitnehmer zu kümmern.

        Als Kapitalist muss man gegen jede Form von staatlichen Eingriffen sein – also auch gegen den Mindestlohn.

        Und wenn ich mich um das Schicksal der Arbeitnehmer kümmere bezahle ich ihnen keinen Hungerlohn sondern entlohne sie so das sie am Ende des Monates noch ein Plus haben und nicht bei der Tafel einkaufen müssen.

        Okay, hier sind wir wieder beim Henne-Ei-Spiel: Was war zuerst da? Die Arbeitslosigkeit oder die staatlichen Regulierungen (wie der Mindestlohn), die Arbeitslosigkeit verursachen?

      • Du versteifst dich zu sehr auf die Frage Staatliche Eingriffe / Deregulierung. Für dich ist alles ein Kampf gegen den Staat und gegen die Bürokratie.

        Versuch dich mal vom Bild des bösen Staates zu lösen und ohne Gesetze und Vorschriften zu debattieren. Man kann auch einen Mindestlohn bezahlen ohne das reguliert wird. Man kann auch auf Ausbeutung verzichten ohne das es staatliche Vorschriften gibt und man kann seine Arbeitnehmer auch respektieren ohne eine Moralkommission.

        Dies liegt nur nicht im Sinne des Kapitalisten. Der Kapitalist will sein Kapital mehr und möglichst gute Zinsen für seine Anlage. Und damit hat es sich auch.

      • Eine Frage: Bist du für freiwillige Vereinbarungen oder einen staatlich erzwungenen Mindestlohn? Gegen freiwillige Vereinbarungen hätte ich doch nichts.

      • Gebote und Verbote führen zu nichts. Ein verordneter Mindestlohn der aus rein politischen Gründen festgelegt wird und hinter dem keine wirtschaftlichen Überlegungen stehen ist sinnlos.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s