Die Sache mit den 12.000 Raketen

Es starben 90 Palästinenser aber nur 3 Israelis. Was sagt uns das?

Ein Kommentar der fast unter jedem Beitrag mit Bezug auf Israel, Naher Osten, oder Gaza steht. Über den neusten Beitrag unseres Freundes Augstein brauche ich erst gar nicht sprechen. Der führt nur zu intensiver Wiedergabe meines Essens.

Was sagt uns also das 80 Palästinenser tot sind aber nur 3 Israelis?

1. Die Israelis tun alles um ihr Volk zu schützen

2. Der Hamas geht das eigene Volk am Arsch vorbei

3. Die israelischen Angriffe haben eine große Effizienz. Nach 1000 Luftschlägen sind, nach der größten Schätzung etwa 100 Personen getötet werden. Das macht pro 10 Luftschläge 1 Tote

4. Die Raketen der Hamas sind nur billige Feuerwerkskörper

5. Iron Dome und andere Raketenabfangsysteme arbeiten effektiv genug um Ballungszentren zu schützen

Eigentlich hat dieser Satz aber einen ganz anderen Zweck. Er soll Israel in die Ecke des bösen Aggressors stellen der doch viel mehr Menschen tötet. Dieser Satz verharmlost dabei die 12.000 Raketen die in den letzten Jahren auf Israel geschossen wurden. Oder die 800 die seit Beginn der neusten Offensive abgeschossen wurden. Die bösen Israelis sollen doch damit Leben das sie andauernd unter Beschuss genommen werden. Es ist ja nicht schlimm tagtäglich in Bunker hüpfen zu müssen, nackt über die Straße zu rennen oder wenn man im Wohnzimmer sitzt Angst haben zu müssen das einem eine Rakete gleich den Kopf weg pustet. Was ist schon die Angst zu sterben, die zerstörte Jugend von Kindern die mit dem täglichen Luftalarm aufwachsen. Was ist schon die Traumatisierung von 75% der Bevölkerung in Reichweite der Raketen.

Ach ich habe vergessen. Alle Israelis lieben die Apartheit, sind Faschisten und bevorzugen die Endlösung. Oder war das nicht doch die Hamas?

Der Krieg im Internet

Auch im Internet beginnt Operation „Säule der Verteidigung“.

Offizieller Blog der Israel Defence Forces:

http://www.idfblog.com/

Offizieller Twitter Kanal der IDF:

https://twitter.com/IDFSpokesperson

Offizieller You-Tube Kanal der IDF:

http://www.youtube.com/user/idfnadesk/videos?view=0

Offizielle Tumblr Seite der IDF:

http://idfonline.tumblr.com/

Besonders interessant ist dabei dieses Video das zeigen soll wie Kinder von Palästinensern instrumentalisiert werden sollen um die israelischen Soldaten zu Gewalttaten zu provozieren. 

Doch nicht nur das isarelische Militär nutzt die neuen Kanäle Sozialer Netzwerke um die Öffentlichkeit in aller Welt zu erreichen. Auch die Hamas wissen um die Möglichkeiten des Internets. So haben auch die Taliban in Afghanistan bereits einen Twitterkanal.

„Offizieller“ Twitterkanal der Alquassam Brigades:

https://twitter.com/AlqassamBrigade

Raketen aus Deutschland

Na ja, wie würden Sie denn reagieren, wenn man häppchenweise etwas von Ihrem Land wegnimmt?

Wieder einer unserer tollen Kommentare um den Terror der Hamas gegen Israel zu relativieren oder gar zu verteidigen. Die Frage ist eigentlich ganz interessant vor allem im Bezug auf uns Deutsche und unsere, jüngere, Geschichte. Gerne wird der Terror der Palästinenser und Hamas damit begründet das sie ja eigentlich nur ganz arme Schweine seine und in Wahrheit doch Flüchtlinge.

Diese Frage kann man wunderbar auf die Deutsche Geschichte beziehen. In 2 großen Schritten wurden große Territorien von Deutschland abgespalten und in andere Länder integriert. Allein in Europa verlor Deutschland 10% seiner Bevölkerung und 13% seiner vorherigen Gebiete. Unbeachtet in dieser Rechnung das doch, umfangreiche, Kolonialgebiet. Natürlich ist jedem bewusst das genau dieser Streit in einen zweiten Weltkrieg führte und Deutschland genau diese Verluste als Anlass für blutige Vergeltung nutzte. Doch holten wir uns eine blutige Nase und verloren noch mehr, gigantische Gebiete in Ost und auch die „deutschen“ Gebiete in Böhmen und Österreich wurden Deutschland entrissen. Doch hat es dazu geführt das wir Raketen nach Österreich schicken? Das die Bevölkerung noch immer vehement für die Rückgabe der Territorien eintritt oder gar die Flüchtlinge in Lager gesperrt werden und damit vertröstet werden das unsere Kinder mit Sprengstoffgürteln Anschläge verüben.

Sind wir nun die besseren Palästinenser? Vielleicht, sind wir das. Doch es zeigt viel mehr welchem Denken gewisse Personen anhängen. Für sie ist Terror und Angriff auf Zivilisten ein gerechtes Mittel um Ansprüche von vor 50 Jahren zu erfüllen. Während sie in anderen Regionen der Welt Vehement für „Freiheit und  Unabhängigkeit“ eintreten und sicher den 3 Weltkrieg erklären würden wenn in Europa Deutschland versuchen würde mit den selben Mitteln „seine“ Ostgbiete zu erobern ist es für sie kein Problem das im Nahen Osten Mittel des 19 Jahrhundert weiterhin von einer Seite propagiert und genutzt werden.

Divide et impera

Das Eingliedern souveräner Völker in ein Imperium ist ein Verbrechen an der Menschheit und wird hoffentlich bald auch als solches Behandelt. Multikulti ist ein widernatürlicher Vorgang, der die Kulturen beider Völker zerstört und die Bevölkerung eines Landes schwächt, weil man plötzlich auf kulturfremde Gegebenheiten rücksichtnehmen muss. Dies ist ein Machtinstrument, „Teile und Herrsche“, was die Rechte beider Völker schwächt.

Diese Aussage ist in dieser Form natürlich oft verbreitet und schlichtweg falsch. Ich möchte mich nicht auf die Imperium Problematik und die durchaus, kontroversen, Aussagen des Artikels beziehen sondern auf die Aussage das Multikulti ein widernatürlicher Vorgang ist der ein Land schwächt.

In der Tat leben große Staaten und Imperien meist von Multi-Kulti, ein recht neues Wort was aber schon seit Jahrtausenden praktiziert wird, das in dem Artikel genannte, römische Reich ist ein perfektes Beispiel wie wichtig Multi-Kulti für den Erhalt eines großen Staates und dessen ständige Reformbereitschaft ist.  Die Römer zeichneten sich durch das Talent der Assimilierung aus. Nicht Integration, also Verwandlung des fremden in das bestehende kulturelle Bild sondern der Einbau des Fremden in das eigene Bild. Allein die Götterwelt zeigt den Wandel. Die, ursprünglichen, römischen Götter sind ein billiger Abklatsch griechischer Götter versehen mit neuen Namen. Aber auch sonst sieht man viele Gemeinsamkeiten mit den antiken Griechen. Das System der römischen Kolonialisierung und Städtegründung ist den Griechen zuzuordnen. Aber vor allem im wichtigen römischen Bereich, dem Militär, zeigt sich die Anpassungsfähigkeit des römischen Volkes und Staates. So übernahmen in der frühen Geschichte die Römer die Helme der Etrusker, begannen nach einem Krieg mit Karthago mit dem Aufbau einer Flotte nach genau diesem Vorbild und übernahmen selbst während der Zeit der Völkerwanderungen und des Zerfalls Taktiken, Bewaffnungen und sogar Generäle von andere Völkern die meist den Römern überlegen waren und einen besseren Blick für Geschichte und Taktiken hatten.  Die Römer hatten keine Probleme  „Ausländern“ ihre Kultur und Religion zuzubilligen solange man sich an römische Gesetze hielt und Steuern zahle. Die Übernahme des Christentums, das heute so gerne als Identität bezeichnet wird, ist eigentlich das Stehlen einer Religion einer Sekte aus Palästina. Und trotzdem überdauerte Rom noch viele Jahrhunderte und der christlichere Teil sogar noch bis ins 15. Jahrhundert.

Multi-Kulti ist ein wichtiger Bestandteil von Staaten. Das Bild der Nationalstaaten ist durchaus in Zweifel zu ziehen das es vor allem kurzsichtig und egoistisch ist. Die Übernahme fremder Gebräuche und Ideale hat meistens Imperien eher vorangebracht als ausgebremst.

I have a dream

“I have a dream that one day this nation will rise up, and live out the true meaning of its creed: ‘We hold these truths to be self-evident: that all men are created equal.’

I have a dream that one day this continent will rise up. Die amerikanischen Wahlen zeigen mit einer Stärke und Eindeutigkeit was Europa fehlt. Was unserem Kontinent fehlt und warum wir immer noch diese Probleme haben. Eindeutig bewies Obama mit seiner Erfolgsrede am heutigen Tag warum er zurecht von den Europäern so geschätzt wird und als begabter Redner respektiert. Er appellierte an eine Nation zusammen zu stehen und einem gemeinsamen Traum zu folgen. Dem Traum des es jeder schaffen kann. Dem American Dream. Und genau dieser Aufruf zeigt mir warum Europa seine Probleme hat. Wir haben keinen European Dream. Wir haben keinen Traum das jeder es schaffen kann, das es eine faire Gesellschaft geben soll und wir zusammen etwas erreichen wollen. Uns fehlt die Solidarität aber auch der Wille zusammen etwas zu bewegen. Die Amerikaner sind ein Land von Individualisten und Unterschieden. Doch trotzdem stellt nie jemand die Existenzfrage. Ein Demokrat, verschrien als Kommunist, ist ein stolzer Patriot und spricht stolz aus: „God bless America.“ So etwas ist in Europa nicht vorstellbar. Es kann sich niemand denken das eine Merkel oder ein Barroso plötzlich aufsteht und eine Rede hält in dem er an einen gemeinsamen Traum appelliert. Vielleicht nicht den selben Traum wie Amerika. Dazu sind wir zu unterschiedlich. Vielleicht ein Traum von Solidarität und Sozialer Sicherheit.

Doch solange wir in Europa keinen gemeinsamen Traum haben, gemeinsame Ziele und die Bereitschaft dafür zu kämpfen wird es kein Europa geben. Es wird Frankreich, Deutschland oder Italien geben. Doch selbst in den Ländern wird es Spannungen geben. Nord – Süd, Arm – Reich, Arbeiter – Akademiker. Unsere Gesellschaft wird dauernd unter Strom stehen und wir werden weiterhin von unseren Regierungen angetrieben etwas zu erreichen was in den Augen vieler kein Traum ist sondern eher ein Zwang. Etwas alternativloses.

Europa braucht einen Traum.

Europa braucht einen eigenen Obama.